Dichteprüfverfahren im Bahngleisbau: Ein leichtes Fallgewichtsgerät hilft

Leichtes Fallgewichtsgerät

Die Ermittlung der Bodenqualität ist in nahezu jedem Bauvorhaben eine unumgängliche Voraussetzung und berücksichtigt verschiedene Faktoren wie das Setzungsverhalten, der Widerstand gegen Kornumlagerungen und die Tragfähigkeit. Hierzu werden verschiedene Verfahren im Bahngleisbau eingesetzt, um die vorgegebenen Richtlinien und Normen hinsichtlich der Bebauung von Boden zu erfüllen. Ein leichtes Fallgewichtsgerät ist hier eine große Hilfe. Manchen ist dieses Gerät auch unter Light Weight Deflectometer ein Begriff

Mit Hilfe des Proctorversuchs nach DIN 18 127 kann durch die Entnahme und Auswertung von geotechnischen Laborproben die Dichte des Bodens, sowie Wassergehalt und Luftporen untersucht werden. Dieses Verfahren ist, insofern professionell durch Experten durchgeführt, sehr zuverlässig. Allerdings ist die Versuchsanordnung dadurch auch kostspielig.

Zudem sind für Bodenprüfungen im Bahnwesen statische oder dynamische Plattendruckversuche zulässig. Bei der statischen Versuchsanordnung wird die Tragfähigkeit des mittels eines schweren Gegengewichts geprüft. Dies ist im Gleisbau jedoch oftmals schwierig zu handhaben, da ganze Strecken gemessen werden müssen und diese meist schwer zugänglich sind. So kann in der Regel kein schweres Gegengewicht auf dem Baugrund platziert werden.

Der Dynamische Plattendruckversuch bei der Deutschen Bahn

Für den dynamischen Plattendruckversuch gab die Deutsche Bahn bereits in den 1970er Jahren einen Forschungsschwerpunkt in Auftrag, um ein leichtes Fallgewichtsgerät für die Verdichtungsprüfung zu entwickeln. Dabei arbeiteten sie unter anderem eng mit dem Bahnunternehmen der Deutschen Demokratischen Republik zusammen. Zehn Jahre später war die Messtechnik reif für ihre amtliche und verbindliche Einführung. Die nötigen Richtlinien dazu wurden erstmals 1991 veröffentlicht und traten nach der Umbenennung und Privatisierung der Deutschen Bahn 1997 in Kraft.

Bis heute hat sich das praktische und schnelle Messverfahren in der Praxis durchgesetzt und wird weiterhin mit großer Beliebtheit nicht nur in der Baugrundprüfung, sondern auch im Strecken- und Gleisbau eingesetzt.